Bildergalerie Das Parlament früher und heute
Laura Heyer
Beim Parlament denken wir heute an Politikerinnen und Politiker, auffällige blaue Stühle und den Live-Stream aus dem Bundestag. Aber wie sah die Volksvertretung 1871 aus und wer arbeitete dort? Schaut es euch an!
Die erste Sitzung am 21. März 1871
Am frühen Nachmittag des 21. März 1871 fand die erste Sitzung des gesamtdeutschen Reichstages statt. Im weißen Saal des königlichen Schlosses in Berlin gab es zuerst eine feierliche Zeremonie. Danach zogen die Abgeordneten um in ein Gebäude des preußischen Herrenhauses (Bild). Bis das neue Reichstagsgebäude 1894 fertig war, tagten sie in den Räumen der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Berlin.
Das Plenum 1871 und heute
Beim Plenum denken die meisten heute an großzügig angeordnete blaue Sitzreihen und einen riesigen Saal unter der Kuppel. Die Stühle in "Reichstags-Blau" (so heißt die Farbe wirklich) zogen aber erst in den 1990er Jahren in das Reichstagsgebäude ein. 1871 saß man auf Holz und Leder und auch deutlich näher zusammen.
Kaiser Wilhelm I. legte 1884 den Grundstein für das neue Reichstagsgebäude.
Das Reichstagsgebäude 1894 und heute
Nach Plänen des Architekten Paul Wallot entstand ab 1884 ein eigenes Gebäude als Sitz des Reichstages mitten in Berlin. Ab 1894 tagten die Abgeordneten dort und beschlossen die Reichsgesetze.
Heute ist das Reichstagsgebäude der Sitz des Deutschen Bundestages. Doch es sieht nicht nur etwas anders aus als im 19. Jahrhundert. Bis der Bundestag 1999 endgültig dort einziehen konnte, war es ein langer Weg mit zwei Weltkriegen, viel Zerstörung, einem geteilten Deutschland und der Wiedervereinigung.
Abgeordnete 1871 und heute
1871 war der Reichstag mit 382 Mitgliedern nicht nur deutlich kleiner als der heutige Bundestag mit 709 Mitgliedern. Es waren auch keine Frauen im Parlament vertreten; nur Männer ab 25 Jahren durften wählen und gewählt werden. Geld bekamen die Abgeordneten damals nicht – daher waren eher wohlhabende Mitglieder bestimmter Berufsgruppen vertreten. Heute erhalten Abgeordnete des Bundestages sogenannte Diäten als Entschädigung für den Verdienstausfall, da sie in der Regel nicht in ihrem Beruf weiterarbeiten während ihres Mandats.
Laura Heyer
hat in Heidelberg Geschichte studiert, in Berlin eine Ausbildung zur Journalistin gemacht und ist dann für ihre erste Stelle als Redakteurin nach Hamburg gegangen. Dort knüpft sie nun Netzwerke für Frauen. Aber egal wo sie wohnt – sie kennt immer die besten Plätze zum Frühstücken.